Der Morgentau glitzert wie kleine Diamanten auf dem Moos, leise rauscht der Wind zwischen den Blättern der Bäume, es duftet nach frischen Tannennadeln, von weitem hört man ein zartes Plätschern des kristallklaren Wassers eines idyllisch gelegenen Flusses, das sich seinen Weg durch die vielen kleinen bunten Kieselsteinchen im Flussbett bahnt und sie dabei von Stunde zu Stunde immer runder schleift.
Unter der Baumkrone einer Linde sitzt ein kleines Wesen mit langen spitzen Ohren, umhüllt von einem seidig glänzend grünen Stoff mitten im Lichtstrahl der Sonne auf einer alten Wurzel und zupft an den Saiten einer golden schimmernden Harfe, die beruhigende Klänge durch den Wald tanzen lässt.
Willkommen in Schottland, im Land der Elfen, Trolle und Kobolde. Man wird es kaum glauben, aber diese kleine, zarte Elfe ist der Grund dafür, dass man auf einer schottischen Hochzeit gut beraten ist, wenn man keine grüne Abendgarderobe trägt. Denn die Farbe Grün ist ausschließlich den Elfen vorbehalten und man sollte sich hüten, sie zu verstimmen! Aus demselben Grund werden beim Hochzeitsmenü keine grünen Speisen gereicht, also weder Bohnen, noch Brokkoli, Salat, Rosenkohl oder Erbsen. Nicht einfach zu verkraften für Vegetarier.
Aber diese können sich immerhin an dem Grün im Hochzeitsstrauß erfreuen, denn dort wird als einziges die grüne Farbe ausnahmsweise geduldet.
![]() |
| Ein etwas anderer Brautstrauß |
Es folgen in lockeren Abständen neue, skurrile, witzige, überraschende Bräuche aus fernen Ländern.

